Das Einrichten der neuen Wohnung schleppt sich so dahin. Da bin ich gerade ganz froh, wenn ich abends gemütlich auf dem Sofa ein wenig die Beine hochlegen kann.
Passend dazu habe ich mit „Im Schattenreich der wilden Zwanziger“ eine kleine feine Broschur zum Durchblättern und Schmökern bekommen.

Im Schattenreich der wilden ZwanzigerIn ihr verfolgt Jan Bürger die Spur der 1904 in Berlin geborenen Schriftstellerin und Schauspielerin Ruth Landshoff-Yorck die Aufgrund des Zweiten Weltkriegs Deutschland verlassen und emigrieren musste und 1966 in New York verstarb.

In ihrem Nachlass, und dem Teil davon, der 2016 dem Deutschen Literaturarchiv Marbach gestiftet wurde, fanden sich neben literarischen Entwürfen und Briefen auch viele Negative von Aktfotografien des Fotografen Karl Vollmoeller. Diese sind überwiegend in den Zwanzigern in Berlin entstanden. Sie zeigen meist Ruth Landshoff-Yorck selbst und auch Josephine Baker sowie andere Tänzerinnen und junge Frauen.

Im Schattenreich der wilden Zwanziger verfolgt Jan Bürger nun die Geschichte hinter den erstmals veröffentlichen Fotos. Dazu gibt der Biograf Thomas Blubacher Auskunft, wie er auf sie stieß und das exzessive Leben rekonstruierte.

Mein Fazit

Da ich Bilder „mit Charme“ sehr gerne anschaue und die Text dazu noch gut geschrieben und formuliert sind, mag ich die Broschur jetzt schon sehr. Die Fotografien von Vollmoeller sind gut ausgesucht und spiegeln ein weites Spektrum an Aufnahmen. Außerdem zeigen sie Ruth Landshoff in unterschiedlichen Facetten und auch Josephine Baker kommt nicht zu kurz.
Die Texte lesen sich flüssig, auch wenn hin und wieder viele Zitate eingestreut sind, und scheinen sehr gut recherchiert zu sein.

 

Erschienen ist „Im Schattenreich der wilden Zwanziger“ beim Deutschen Literaturarchiv Marbach und auch dort zu beziehen.

68 Seiten, zahlreiche Abb. Fadengeheftete Broschur. 2017. ISBN 978-3-944469-29-4. EUR 10,00

Hier habe ich auch noch eine weitere Rezension auf perlentaucher.de gefunden.

 

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24. Januar 2018